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Archiv: Wirtschaft im Blick, 3. Ausgabe 2010

"Neue Heimat für das Handwerk"

→ Hier hat die Kompetenz im Handwerk ein Zuhause: Am Recklinghäuser Ossenbergweg steht das Schulungs- und Servicezentrum Vest GmbH.

 

Seit einem Jahr werden hier Menschen allen Alters in Handwerksberufen der Metall- und Baubranche aus- und weitergebildet. Davon profitieren nicht nur die Teilnehmer an den zahlreichen Lehrgängen, sondern vor allem auch die Unternehmen der Region, die sich auf qualifizierte und engagierte Mitarbeiter freuen können.

 

Das Schulungs- und Servicezentrum Vest GmbH ist entstanden aus den überbetrieblichen Werkstätten der Metallinnung Vest in Recklinghausen, die bereits seit über 30 Jahren bestehen: Hier konnten Azubis aus metallverarbeitenden Betrieben Abläufe und Fertigkeiten lernen, die ihnen ihr Ausbildungsbetrieb nicht bieten konnte. Im Februar 2009 gründete sich die Vest GmbH als eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Metallinnung Vest - seitdem sind es nicht mehr nur Azubis, die hier ausgebildet werden.

"Wir bieten unter anderem Schulungslehrgänge in den Bereichen Metallbau, Feinwerkmechanik, Solartechnik, und noch vieles mehr", berichtet Projektleiter Dieter Eisenkopf, der zurzeit Geschäftsführer Paul Cohaupt vertritt. Diese Schulungen können sowohl von Firmen als auch von Privatpersonen in Anspruch genommen werden. "Wenn etwa ein Unternehmen feststellt, dass die Schweißerprüfung ihrer Mitarbeiter nachgeholt werden muss, so können sie das bei uns erledigen", so der Projektleiter. Das Einzugsgebiet des Schulungszentrums geht dabei weit über die Grenzen der Stadt Recklinghausen hinaus - die Schulungsteilnehmer kommen aus dem ganzen Kreis, und sogar auch aus dem Umland.

 

Doch nicht nur Firmen arbeiten mit der Vest GmbH zusammen - auch die Arbeitsagentur ist ein Partner des Schulungszentrums. So können alle Lehrgänge mit Bildungsgutscheinen oder Bildungsschecks der Agentur gefördert werden. Vor allem im vergangenen Jahr erlebte das Schulungszentrum einen wahren Ansturm - Grund war die Kurzarbeit, die bekanntlich im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise als arbeitspolitisches Instrument eingesetzt wurde. Arbeiter in Kurzarbeit nutzten die Gelegenheit, sich weiter zu qualifizieren - mit Erfolg, wie Dieter Eisenkopf findet. "Das hat sich als richtiges Konzept heraus gestellt", so der Projektleiter - das mache sich jetzt, wo die Konjunktur wieder anspringt, bemerkbar. Zum einen haben die qualifizierteren Arbeitnehmer bessere Berufschancen, zum anderen profitieren die Betriebe von gut ausgebildeten Mitarbeitern. Die Vest GmbH bemüht sich außerdem, den Anforderungen der Unternehmen stets gerecht zu werden. "Wenn eine Firma anfragt und für ihre Mitarbeiter eine bestimmte Qualifizierung benötigt, stellen wir sicher, dass wir die bieten können", so Eisenkopf.

 

Seit Juni 2009 findet auch die überbetriebliche Ausbildung des Bauhandwerks in den Räumen der Vest GmbH statt. "Ausbildungsberufe wie Maurer, Betonbauer, Fliesenleger, Stukkateur oder Zimmerer haben bei uns eine neue Heimat gefunden", so Eisenkopf. Platz genug ist vorhanden: Das Gelände am Ossenbergweg, hinter dem Recklinghäuser Bahnhof gelegen, ist weitläufig genug, um den Anforderungen der Ausbilder gerecht zu werden. So können in einer Halle die "Metaller" in mehreren Kabinen ihre Schweißerfähigkeiten unter Beweis stellen, während ein Stockwerk höher Maurer und Betonbauer Putz und Mörtel anrühren. Und bisweilen wechselt so ein Lehrgangsteilnehmer sogar die Seite: Einige der Meister, die heute als Ausbilder bei der Vest GmbH
arbeiten, haben selber einen Teil ihrer Ausbildung dort absolviert und wurden später übernommen.

 

(Foto: Heselmann)

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