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Baugewerbe: Europa droht sozialen Frieden auszuhebeln

Dortmund, 2. Februar 2012 – Der Richtlinien-Vorschlag der EU-Kommission über die Bedingungen für die Entsendung von konzernangehörigen Arbeit-

nehmern aus Drittstaaten in die Europäische Union (sogenannte ICT-Richtlinie) steht vor den abschließenden Verhandlungen zwischen Europäischem Rat und Europaparlament. Zuletzt hat der Ausschuss für Bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres des Europaparlaments abgelehnt, einzelne Branchen aus der Richtlinie auszuklammern.

 

Die Bauwirtschaft ist alarmiert: “Lohngerechtigkeit und sozialer Friede stehen in Brüssel auf dem Spiel“, bringt Walter Derwald, Präsident des Baugewebe-

verbandes Westfalen, die Sorge der Baubranche auf den Punkt. Ziel des Richtlinien-Vorschlags ist es, dem drohenden Fachkräftemangel abzuhelfen. Was Akademikern und Facharbeitern aus Staaten außerhalb der EU den

Zuzug nach Europa erleichtern soll, droht das tarifliche Lohngeflecht auf den Baustellen zu zerreißen.

 

Derwald kritisiert, dass der Richtlinienentwurf auf seinem Weg durch die Institutionen so unscharf geworden ist, dass selbst asiatische Wanderarbeiter unter dem Deckmantel der konzerninternen Fachkräfte-Entsendung auf europäischen Großbaustellen ankommen könnten. Beschäftigte aus China könnten in eine Niederlassung eines chinesischen Unternehmens nach Polen entsandt und von dort aus in Deutschland tätig werden und zwar ohne eine Aufenthalts- oder Arbeitserlaubnis nach deutschem Recht. “Unvorstellbar,“, ergänzt Hermann Schulte-Hiltrop, Hauptgeschäftsführer des Baugewerbe-

verbandes, „aber für diese Arbeiter würde auf einer deutschen Baustelle polnisches Recht gelten“.

 

Der Verband fordert, dass die Branche aus der Regelung herausgenommen wird. Präsident Derwald verweist auf das Modell der EU-Osterweiterung. Das deutsche Baugewerbe hatte im Zuge der Ausweitung des Binnenmarktes erfolgreich eine stufenweise Öffnung über sieben Jahre für osteuropäische Arbeitnehmer erreicht. Der heimische Arbeitsmarkt sollte geschont werden.

 

Seit Mai 2011 gilt mit Ausnahme Rumäniens und Bulgariens die volle Arbeit-

nehmer-Freizügigkeit in der Europäischen Union. Mit Kroatien steht 2013 ein weiterer Staat zum EU-Beitritt vor der Tür. Die neue ICT-Richtlinie würde die Freizügigkeit für Arbeitnehmer europäischer Konzerne unabhängig von der Staatsangehörigkeit über die Grenzen Europas hinaus ausweiten. Der Druck auf die heimischen Arbeitsmärkte würde erhöht. Der Baugewerbeverband befürchtet daraus Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten kleiner und mittelständischer Unternehmen.


Rückblick: Unternehmerfrauen-Praxistag

Recklinghausen, 8- Oktober 2011 - Ein voller Erfolg war der "Unternehmer-

frauen-Praxis-Tag" zu dem die Schulungs- und Servicezentrum Vest GmbH am 8. Oktober 2011 ab 8 Uhr eingeladen hatte.

 

Einmal selbst die Arbeit ihrer Männer "live und in Farbe" kennenzulernen und auch auszuprobieren - dies war ein vielfacher Wunsch der Unternehmerfrauen. Dazu gab es am Samstag, 8. Oktober 2011 in den Werkstätten der SuS am Ossenbergweg die ideale Gelegenheit.

 

Hier konnte Frau direkt vor Ort selbst einmal Hand anlegen und dabei auch einen Blick hinter die Kulissen von Schweißtechnik, Metallbearbeitung und Bauhandwerk mit seinen verschiedenen Gewerken werfen. Am Nachmittag waren die dazugehörigen Männer ebenfalls herzlich willkommen, um die Arbeit ihrer Frauen zu bestaunen. Der anschließende, gesellige Teil des Abends mit Buffet und Musik rundete die Veranstaltung ab. Keine Frage, dass so ein interessanter, schöner Tag bald wiederholt werden muss - da waren sich alle einig.